Ein unbeschwerter Spaziergang im Park oder das Treppensteigen ohne fremde Hilfe ist für viele Menschen alles andere als selbstverständlich. Wenn die Kniekontrolle fehlt oder die Muskeln im Bein nicht mehr richtig mitmachen, wird fast jeder Weg im Alltag zu einer Herausforderung. Selbst kurze Strecken kosten dann viel Kraft und Konzentration. Früher gab es für solche Beschwerden fast ausschließlich starre Schienen. Diese halten das Bein zwar fest und helfen dabei, sicher zu stehen, aber die Betroffenen werden dennoch zu sehr unnatürlichen Bewegungsabläufen gezwungen. Mittlerweile gibt es jedoch moderne Hilfsmittel aus der Orthopädietechnik, die Bewegungen elektronisch unterstützen. Dank dieser Errungenschaften wird das Gehen für viele Betroffene erheblich erleichtert.

So funktioniert die moderne Beinunterstützung im Alltag
In modernen Beinstützen steckt eine spezielle Technik, die Bewegungen in jedem einzelnen Augenblick misst. Kleine Sensoren erkennen, wie schnell sich das Bein bewegt und in welchem Winkel das Gelenk gerade steht. Ein intelligentes System wie die C-brase stellt sich fast in Echtzeit auf jede Situation ein. So kann sich das Knie beim normalen Gehen im passenden Moment beugen oder auch zeitnah blockieren, wenn man einmal ausrutscht oder stolpert. Zudem gibt es eine App, über die sich das System individuell einstellen lässt. Man kann dort beispielsweise längere Spaziergänge oder Fahrradfahren eingeben. Wenn man sich über eine passende Brace-Orthese informieren will, findet man Anlaufstellen in Sanitätshäusern, wo geschulte Fachkräfte ausführlich über die genauen Abläufe und die Handhabung im Alltag Auskunft geben können.
Vorteile einer beweglichen Orthese für den gesamten Körper
Mit einer starren Schiene muss man das steife Bein normalerweise bei jedem Schritt weit über die Seite schwingen. Man hat zwar eine gute Sicherheit beim Stehen, aber belastet auf Dauer die Hüfte und den gesamten Rücken. Dagegen sorgt eine bewegliche Stütze für einen flüssigen und natürlichen Ablauf beim Gehen, der gleichzeitig den ganzen Körper schont.
Man profitiert von unterschiedlichen Vorteilen. So gelingt zum Beispiel das Hinsetzen sicher und viel einfacher, ohne das plötzliche Durchsacken. Auch das Gehen auf unebenen Wegen, auf Kopfsteinpflaster oder bergab fällt erheblich leichter. Man spürt, dass der Körper beim Laufen viel weniger Kraft und Ausdauer in Anspruch nimmt. Hinzu kommt, dass die gesunde Körperseite, die Hüfte und der Rücken vor Fehlbelastungen geschützt werden. Selbst Treppen lassen sich wieder Stufe um Stufe im normalen Wechselschritt gehen.

Wo finden solche mechatronischen Systeme ihren Einsatz?
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und sehr breit gestreut. Vor allem bei Lähmungen und stark geschwächter Beinmuskulatur wird gern auf diese Hilfsmittel zurückgegriffen. Denkbar ist der Einsatz beispielsweise nach einem Schlaganfall, bei einer inkompletten Querschnittlähmung oder nach Nervenerkrankungen. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass man das Bein aus der Hüfte heraus noch selbstständig nach vorne bewegen kann. Bevor jedoch eine hochmoderne Beinorthese endgültig für einen Patienten angefertigt wird, stellt das Sanitätshaus normalerweise eine sogenannte Testorthese zur Verfügung. Damit kann man dann das System in seiner gewohnten Umgebung ausprobieren. Gleichzeitig wird getestet, ob die Muskeln und Gelenke ausreichend funktionieren, um die Technik sicher steuern zu können.
Praktische Tipps für die erste Zeit mit dem neuen System
Die Umstellung von einer starren Schiene auf eine elektronische Stütze erfolgt nicht von heute auf morgen und erfordert ein wenig Geduld. Man muss sich Schritt für Schritt daran gewöhnen und lernen, der Technik vollkommen zu vertrauen.
- Regelmäßiges Training mit dem Physiotherapeuten hilft dabei, die neue Bewegungsfreiheit sicher zu nutzen.
- An stärkere Steigungen oder unebene Pfade tastet man sich am besten langsam heran.
- Kleine Etappenziele im Alltag helfen dabei, das Vertrauen in die neue Bewegungsfreiheit zu stärken.






